Masse und Rasse: Schlepper-Entwicklung in den 1950ern

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Ferguson legt nach

Nachdem seit Oktober 1948 insgesamt 140.000 Exemplare der Typen TO-20 und TO-30 das Werk in Detroit verlassen hatten, erblickte Ende 1954 der neue TO-35 das Licht der Welt. Optisch war er in erster Linie durch entsprechende Schriftzüge und den grün statt zuvor blau lackierten Rumpf von seinen Vorgängern zu unterscheiden. Auch unter der Motorhaube beließ man es bei Feintuning. Der Hubraum des von der Firma Continental zugelieferten Vierzylinder-Ottomotors war von knapp zwei Litern im TO-20 über 2,1 Liter im TO-30 auf nunmehr 2,2 Liter vergrößert worden. Die Leistung betrug rund 35 PS und konnte dank eines neuen Getriebes effizienter in Vortrieb umgesetzt werden. Statt 4/1 Gängen standen in zwei Gruppen insgesamt 6/2 Gänge zur Verfügung. Auch die Hydraulik zeigte sich deutlich verstärkt. In Europa war der TO- 35 nicht erhältlich, bildete jedoch die technische Basis für den ab Oktober 1956 im britischen Coventry gebauten FE-35.

Hatz taktet um

Bereits seit den 1930er-Jahren hatte Hatz verschiedene Hersteller mit seinen wassergekühlten Zweitakt-Dieselmotoren beliefert und setzte die bewährten Antriebe seit Ende 1953 auch in seinen hauseigenen Schleppern ein. Nur ein Jahr nach dem Debüt auf dem Landtechnikmarkt vollzog das niederbayerische Unternehmen einen radikalen Kurswechsel. Neue Schlepper Fotos: Archiv K. Tietgens wurden fortan von luftgekühlten Viertaktern angetrieben. Erste Vertreter dieser Generation waren das neue Einstiegsmodell TL 10 und der TL 22. Verfügte ersterer über einen Einzylindermotor mit ins Schwungrad integriertem Radial-Kühlgebläse, wurden die beiden Zylinder des letzteren – ähnlich wie später bei Eicher – von zwei separaten Radialgebläsen gekühlt. Die Getriebe stammten von Hurth. In seiner Preis- und Leistungsklasse stieß der TL 10 auf wenig Konkurrenz und avancierte mit 1.514 innerhalb von etwa sechseinhalb

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