Treu geblieben

Güldner haben bei Familie Vogel einen festen Platz. In den 70er-Jahren kamen Renaults dazu. Gegenwärtig fahren Karl-Friedrich Vogel und seine Güldner-Freunde in Hesperinghausen einen G 75 A, einen G 50 und ein Hydrocar – zusätzlich zu drei Renault-Schleppern. Von Peter Böhlke

Das Telefon klingelt, Karl-Friedrich Vogel nimmt ab. Der Anrufer sagt keinen Namen. Er kommt gleich zur Sache: „Ist dort der zur Zeit berühmteste     G-75-Besitzer Deutschlands?“ Der Landwirtschaftsmeister stutzt einen Augenblick, dann erkennt er die Stimme: ein Freund und Güldner-Fan, den er seit einiger Zeit nicht mehr gesprochen hat. Der hatte wohl den G 75 A von Karl-Friedrich Vogel, mit ihm am Lenkrad, auf dem Titel eines neuen Güldner-Buches gesehen.

Recherchearbeit
Der stellvertretende Ortslandwirt ist so etwas wie eine Legende, auch wenn er das selbst nie so sagen würde.  Allein durch seine Recherchen wurde bekannt, dass in der Schweiz Schlepper auf Güldner-Basis gebaut wurden. Zuerst hatte er lose Indizien verknüpft, die dann im Paket als Spur in die Schweiz führten. Für einen historischen Bildband (Güldner-Schlepper im Einsatz) hat er über die Firmen recherchiert, die Anbaugeräte für die Aschaffenburger Schlepper bauten. Sein Wissen als Landwirt half ihm, Einsatzfotos in diesem Buch zu erklären. Auch das neue Güldner-Typenbuch (Buchtipp Seite 16) wäre ohne seine Hilfe nicht entstanden. Karl-Friedrich teilt lieber alles mit anderen: sein Wissen, seine Erfolge, sein Engagement. „Es kommt doch allen zugute!“, sagt er, wenn man ihn darauf anspricht. Als ob das Teilen das Selbstverständlichste auf dieser Welt ist.
Vogels gut gepflegter Familienbetrieb liegt am Hang. Das erste Stockwerk der Wirtschaftsgebäude ist hinten hinaus das Erdgeschoss. Der Betrieb liegt in der Mitte des Dorfes. Morgens und abends treibt die Familie die Milchviehherde über die Hauptstraße einen Kilometer weit hin und wieder zurück. Wegen der Verkehrssicherheit ein Job für die ganze Familie: Ehefrau, Oma und die beiden Söhne.
Bis heute befeuert Familie Vogel die Zentralheizung ihres Hofes mit Holz. „Wir holen das Brennholz aus dem Wald“, erklärt Karl-Friedrich. Dabei kommt die Anbauseilwinde an den Hofschleppern zum Einsatz. Die Aschaffenburger boten dieses Einsatzmittel als Extra und serienmäßig bei den Forstversionen an.
 

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Sammlerportrait Karl-Friedrich Vogel – Güldner und Renault
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