Masse und Rasse: Schlepper der 1950er

Schlepper der 1950er Jahre: Die Neuerscheinungen des Spätsommers 1954 spiegeln auf überdeutliche Weise die damalige Nachfragesituation wider. Schlepper der kleinen Leistungsklassen bis 20 PS avancierten zumeist zu Bestsellern, große Typen oberhalb von 30 PS blieben oftmals Ladenhüter.

Luft- und Wasserkühlung lieferten sich in der ersten Hälfte der 1950er- Jahre ebenso einen Wettstreit wie Zwei- und Viertakter. Zumeist spielte sich dieser in den kleinen Leistungsklassen ab, denn schwere Kaliber wurden zwar von vielen Herstellern angeboten, doch oftmals nur in bescheidenen Stückzahlen verkauft.

Güldner holt Luft



Güldners Dieselmotoren dienten einst nicht nur zum Antrieb der hauseigenen Schlepper, sondern wurden in nennenswerter Zahl auch an Wettbewerber ge - liefert. Dem entbrennenden Wettstreit zwischen Luft- und Wasserkühlung begegneten nach den Motorenwerken Mannheim (MWM) nun auch die Aschaffenburger. Mit den vom 2DN übernommenen Zylinderabmessungen entwickelten sie den 2LD mit ins Schwungrad integriertem Kühlgebläse. Neben dem im vorigen Heft beschriebenen Fahr D 130 fungierte der Zweizylinder auch im Güldner ALD als treibende Kraft. Davon abgesehen war der Neuling weitgehend baugleich mit dem – vom oben angesprochenen Motor 2DN angetriebenen – ADN. Für die Kraftübertragung sorgte hier wie dort das ZFGetriebe A-5, der Radstand betrug knapp 1,8 Meter. Im Rennen um die Kundengunst behielt der wassergekühlte Kandidat die Nase vorn: Er avancierte bis 1959 mit insgesamt 7.827 Exemplaren zu einem der meistgebauten Güldner-Schlepper aller Zeiten. Der ALD ließ es hingegen bei 2.737 Einheiten bewenden.

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