Die große Bukh-Welle

Die Schlepper des dänischen Motoren­her­stellers Bukh sind legendär, aber selbst in ihrem Heimatland schon selten. Walter Hansen konnte ein Exemplar ergattern... Von Bodo Wistinghausen

Wenn Walter Hansen aus dem niedersächsischen Emsbüren einen der ungewöhnlichsten Schlepper seiner Sammlung präsentiert, lässt er es sich nicht nehmen, zunächst einmal die Beobachtungsgabe und das Denkvermögen des Betrachters auf die Probe zu stellen. „Wo ist da wohl der Tank?“, fragt Hansen augenzwinkernd gerne als erstes, wenn er seinen dänischen Bukh zeigt. Wohlwissend, dass der nicht leicht zu finden ist. Nun, einfach ist es wirklich nicht, doch dazu später mehr.
Als Bauleiter für den Mannesmann-Konzern hat Hansen die ganze Welt bereist und viel gesehen. Aus Surinam hat er sich einen Standmotor mitgebracht. Aber was macht ein gelernter Schmied, wenn er sich zur Ruhe setzt und häuslich wird? Weil Hansen in der Werkstatt seines damaligen Lehrmeisters (inklusive Hanomag-Vertretung) bereits früh mit Landtechnik in Kontakt kam, beginnt er – beinahe folgerichtig – historische Schlepper zu restaurieren. Schon im Jahre 2000 packte ihn die Leidenschaft. Noch heute erinnert er sich an seinen ersten Trecker, einen Hanomag C 112 mit Zweitaktmotor: „Wir hatten ihm alle Marotten abgewöhnt, nur das Rauchen nicht.“ In der heimischen Wohnsiedlung war das nicht zumutbar, wie Hansen sich schließlich frustriert eingestehen musste – und so wurde der Erstling verkauft. Doch die Freude am Ackerschlepper war ihm nicht vergangen, im Gegenteil, es wurde aufs Land expandiert, man zog ins Emsland und sammelte Traktoren künftig in einer Scheune.
Im Urlaub bereiste Hansen den Norden rund um die Stadt Flensburg. Und hier war es, wo er 2007 etwas ganz Besonderes an der Straße stehend entdeckte. Der Kauf stand unter einem guten Stern, denn wie es der Zufall wollte, hatte der Verkäufer, ein Landwirt, eine ehemalige Schulfreundin von Hansen geheiratet, die er seit der Schule nicht mehr gesehen hatte. Der Weitgereiste sah wieder einmal, wie klein die Welt am Ende immer wieder zu sein scheint.

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Der schöne Däne (Fotos: B. Wistinghausen)
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