Grob gefahren, fein gepflegt

Die Standfestigkeit des Güldner ADA ist legendär, ebenso sein gemeinsamer Verkaufserfolg mit dem nahezu baugleichen, zwei Jahre zuvor vorgestellten AF 20. Peter Böhlke stellt beide »Haifischmaul«- Schlepper vor. Von Peter Böhlke

»Ich verstehe nicht, dass er immer noch so gut läuft!« Diese Aussage machte Willi Hüsken zweieinhalb Monate vor dem Erscheinen der Traktor-Classic-Ausgabe, die Sie gerade in Ihren Händen halten.

Wir schrieben das letzte Wochenende im August 2011. Sein staunendes Unverständnis galt der Standfestigkeit seines Güldner ADA. Den hatte sein Vater gekauft – vor fast 60 Jahren. Nur ein einziges Mal bat der ADA zur Reparatur, irgend etwas in der Übertragungsmechanik der Bremsanlage musste in Ordnung gebracht werden. Sonstige Schäden? Fehlanzeige. Der Schlepper läuft immer noch mit den ersten Kolben. Damit ist eigentlich schon ­alles gesagt. Wenn Sie, lieber Leser, nur wissen wollen, was Sie von einem ADA zu halten haben, dann können Sie jetzt weiterblättern. Eigentlich. Es sei denn, Sie interessieren sich für Grobheiten und Feinheiten, für ein bisschen Historie und das, was ein Güldner zu leisten vermag.

Es liegt kein leichtes Schlepperleben vor dem ADA, als er auf den Hof der Hüskens kommt. Aber seine Besitzer schätzen und pflegen ihn. Wer dem Schlepper, am Haifischmaul vorbei, tief in die weit hinten montierten Scheinwerfer blickt, der glaubt ein Flüstern zu hören. »Ja, so bin ich«, scheint er leise zu sagen, mit einem Hauch Stolz in der Stimme: »Mit ein bisschen Zuwendung konnte ich alles ertragen.«

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