Gut! Günstig! Fix!

Der Fendt Fix 1 entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als gekonnt geschminktes Dieselross. Der Fix 2 kommt deutlich eleganter daher, baut jedoch ebenfalls auf bewährten Komponenten auf. Wir zeigen, was die soliden Einsteiger zu bieten haben.

Die späten 1950er-Jahre stellten nicht nur die Schlepperkonstrukteure, sondern auch die Marketingabteilungen auf eine harte Probe. Der bis dahin beinahe ungebremst gewachsene Markt zeigte deutliche Sättigungserscheinungen. Um die Käufer bei der Stange zu halten, musste man der Konkurrenz nicht nur technisch sowie in puncto Vertrieb und Service Paroli bieten, sondern auch Imagepflege betreiben.

KLANGVOLLE NAMEN

Es verwundert daher kaum, dass die Rufnamen ihrer eisernen Schützlinge verstärkt in den Fokus der Werbeabteilungen gerieten. Deutz verlieh seinen Schleppern erstmals einigermaßen durchschaubare Modellbezeichnungen, während die MAN sich ausgerechnet zu kryptischen Zeichenkombinationen hinreißen ließ. Eindeutig im Trend lagen aber klangvolle Rufnamen.

Porsche gründete die Familie vom Junior bis zum Master, Eicher brachte die legendären Raubtiere zur Welt und Güldner schickte seine Europa-Reihe in den Kampf um Marktanteile. Demgegenüber wollte Fendt nicht zurückstehen und zauberte seine neue ff-Reihe aus dem Ärmel, welche nach und nach die althergebrachten Dieselrösser ablöste.

Komplett aufs Altenteil mochte man das verdiente Zugpferd in Marktoberdorf noch nicht schicken, so dass es fortan – nebst kleinem „Dieselross“-Schriftzug – sein Gnadenbrot auf dem Bug der Schlepper genoss. Im Vordergrund standen ab 1958 jedoch die neuen Modellbezeichnungen: „Fix“ für die Einstiegsmodelle, „Farmer“ für die Mittelklasse und „Favorit“ für den oberen Abschluss des Programms.

Dass die Werbetrommel für den 40 PS starken Favorit 1 besonders intensiv gerührt wurde, hat einen einleuchtenden Grund. An diesem Schlepper war wirklich alles neu – Motor, Getriebe, Vorderachse und nicht zuletzt die elegante Motorhaube mit integrierten Scheinwerfern, unter der sich Luftfilter und Kraftstofftank verbargen. Das gleiche Antlitz zierte den 25 PS starken Farmer 1, der dahinter jedoch die weitgehend unveränderte Technik der 24- PS-Dieselrösser auftrug. Noch etwas einfacher hatten die Marktoberdorfer sich die Sache im Falle ihres neuen Einstiegsmodells Fix 1 gemacht. Bei genauerem Hinsehen entpuppte dieses sich als ein mittels Zierleisten und eines dekorativen Kühlergrills aufgehübschtes Dieselross F 12.

Immerhin gab es unter der Motorhaube eine Neuerung zu vermelden. Die Einzylindermotoren waren durch stärkere Evolutionsstufen abgelöst worden. Sowohl der luftgekühlte AKD 412 E als auch der wassergekühlte KD 412 E verfügten über etwas mehr als einen Liter Hubraum und leisteten 14 bzw. 15 PS.

Beide arbeiteten nach dem neuartigen Gleichdruck- Vorkammerverfahren, das eine relativ weiche Verbrennung und somit eine verbesserte Laufruhe mit sich brachte. Außerdem zeigten sich die neuen Antriebe recht gleichgültig gegenüber der Kraftstoffqualität, wenngleich sie nicht besonders sparsam arbeiteten – bei einem maximalen Verbrauch von weniger als vier Litern pro Arbeitsstunde damals kein kaufentscheidendes Argument.

Für die Kraftübertragung sorgte das aus den Vorgängern bekannte Getriebe, das in zwei Gruppen jeweils drei Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang zur Verfügung stellte. Damit ergaben sich sechs recht gleichmäßig abgestufte Vorwärtsgänge von 1,8 bis 20 km/h und zwei Rückwärtsgänge um 2 bzw. 11 km/h. Demgegenüber mussten manche Konkurrenten noch mit einem einzigen, zumeist sehr langsamen Rückwärtsgang auskommen.

Ungewöhnlich war, dass die Gruppen nicht über einen separaten Hebel, sondern direkt mit dem Gangschalthebel gewechselt wurden. Durch Bewegung aus der Neutrallage heraus nach vorn wurde die schnelle Gruppe eingelegt, hinten befand sich die langsame Gruppe.

Darüber hinaus bestand die Option einer Kriechgruppe, welche die langsamen „Normalgänge“ um rund 60 Prozent auf 0,7 bis 2 km/h untersetzte. Fendt warb damals damit, dass dieses Getriebe auch im 19 PS starken Geräteträger verwendet wurde und weckte damit die durchaus berechtigte Hoffnung auf eine lange Lebensdauer.

IMPROVISIERTE KONSTRUKTION

Robust wirkt die gesamte Konstruktion des Fix 1, allerdings auch ein wenig improvisiert. Dieser Eindruck kommt nicht von ungefähr, denn nicht nur die Kraftübertragung, sondern der komplette Triebblock des 12-PS-Vorgängers „Dieselross F 12 HL“ hatte sich bereits im Geräteträger bewährt. Wie bei diesem waren Motor und Getriebe auch im Fix 1 so eng wie möglich zusammengebaut.

Das schaffte beim Geräteträger Platz für einen großen Anbauraum. Im Standardschlepper ergab sich hingegen die kuriose Situation, dass vor dem Motor ein extrem langer Vorderachsträger angefügt werden musste, um einen klassenüblichen, der Standsicherheit dienlichen Radstand von rund 1,6 Metern zu realisieren.

Dadurch geriet die Grundkonstruktion sehr hecklastig und barg bei Zugarbeiten oder beim Transport schwerer Gerätschaften am optionalen Kraftheber die Gefahr des Aufbäumens. Dem wirkte der Hersteller entgegen, indem er den ansonsten ungenutzten Raum unter der Motorhaube teilweise mit Ballastgewichten füllte.

Die Folge: Der Fix 1 brachte stolze 1,2 Tonnen auf die Waage, ein gutes Drittel mehr als zeitgenössische Konkurrenten wie Deutz D 15, Fahr D 88, Güldner Spessart und MAN 2F1. Die 12- PS-Dieselrösser hatte diese etwas „verklemmte“ Bauweise nicht daran hindern können, binnen sechs Jahren mehr als 15.000 Käufer zu finden.

Der Fix 1 fand im Umfeld modernerer Wettbewerber jedoch nur noch verhaltenen Zuspruch. Bis 1960 konnten keine 3.000 Exemplare abgesetzt werden – mit klarem Vorteil für die wassergekühlte Ausführung, was wohl der höheren Motorleistung bei gleichem Kaufpreis geschuldet war.

UMMER 2 BIETET MEHR


Zu berücksichtigen ist dabei allerdings die allenthalben sinkende Nachfrage nach Schleppern um 15 PS. Gewandelte Betriebsstrukturen und der Zwang zur Rationalisierung sollten die durchschnittliche Motorleistung in den folgenden Jahren stark wachsen lassen. Wer weniger wollte, konnte sich zudem auf einem gut bestückten Gebrauchtmarkt umschauen.

Bediente Fendt den Bereich zwischen 15 und 25 PS vorerst noch mit den 17 und 20 PS starken Dieselrössern, bot die im Mai 1959 in Frankfurt/Main stattfindende DLG-Wanderausstellung Anlass genug, potentiellen Kunden auch in dieser Leistungsklasse eine Neuheit zu präsentieren. Den Fix 2 als eine schlichte Weiterentwicklung des Fix 1 zu deklarieren, käme dabei einer gelinden Untertreibung gleich. Eher schon könnte man von einer Fortführung der oben erwähnten Dieselrösser in stark modifizierter Form sprechen.

NEUES REZEPT MIT BEWÄHRTEN ZUTATEN

Nun profitierte nämlich auch der Fix von der charakteristischen „ff“-Motorhaube aus der Feder des renommierten Industriedesigners Louis Lucien Lepoix. Integrierte Scheinwerfer, langgestreckte Form und unter dem Blechkleid verborgener Luftfilter sorgten für ein im Vergleich zum Fix 1 deutlich eleganteres Erscheinungsbild.

Eleganter wirkte auch der technische Aufbau, denn dank eines längeren Zwischengehäuses lag der Motor des Fix 2 näher an der Vorderachse – mit positiven Folgen für die Gewichtsverteilung. Diese erlaubte einen weitgehenden Verzicht auf Frontballast, und der Fix 2 geriet nur unwesentlich schwerer als der schwächere Fix 1.

Gegenüber dem Fix 1 konnte der Sitz zudem weiter nach vorne gerückt werden und befand sich nicht mehr hinter, sondern über der Hinterachse und damit vor dem mittlerweile häufig georderten Kraftheber. Das ermöglichte eine etwas tiefere Sitzposition und erleichterte den Aufstieg.

Dieser funktionierte nach wie vor am besten vom Heck aus und gestaltete sich insgesamt noch immer nicht sonderlich bequem. Fügte sich der Fix 2 optisch nahtlos in die ff-Reihe ein, waren die Konstrukteure bei der Wahl der Komponenten doch keine unkalkulierbaren Risiken eingegangen.

Der wassergekühlte MWM-Zweizylinder KD 211 Z wurde bereits seit 1950 gebaut, sein luftgekühltes Gegenstück AKD 311 Z seit 1956. Seit jenem Jahr verwendete Fendt beide Motoren in den 17-PS-Dieselrössern. Für den Einsatz im Fix 2 wurde die Leistung des wassergekühlten Antriebes auf 18 PS und jene des luftgekühlten – wie im Geräteträger F 220 GT – auf 19 PS gesteigert.

KOMFORTABLE SCHWINGACHSE

Typisch für die bis 1956 herausgebrachten MWM-Motoren: Die wassergekühlte Version arbeitete nach dem Wirbelkammerverfahren, die luftgekühlte mit Direkteinspritzung – und war damit deutlich sparsamer, aber auch lauter. Aus dem GT und damit aus dem Fix 1 war das bereits geschilderte 6/2-Gang-Getriebe bekannt.

Der nach vorne gerückte Fahrersitz machte einen langen, gebogenen Schalthebel erforderlich, der die Präzision glücklicherweise nicht nennenswert einschränkte. Wie die vorgenannten Komponenten wurde auch die Vorderachse aus den 17-PS-Dieselrössern übernommen.

Dabei handelt es sich um eine pendelnd aufgehängte, zweiteilige Schwingachse mit Blattfeder. Beim Einfedern ändert sich der Sturz, also die seitliche Neigung der Vorderräder – angesichts des geringen Federwegs und einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h undramatisch. Kaum ein Jahr nach dem Debüt des Fix 2 lief die Produktion des Fix 1 aus.

FIX 16

Komplett kampflos wollte man das Segment unter 18 PS der dort nach wie vor gut aufgestellten Konkurrenz allerdings nicht überlassen. Daher bereicherte ab 1961 der Fix 16 das Angebot, bei dem es sich um eine Abwandlung des wassergekühlten Fix 2 mit auf 16 PS reduzierter Leistung handelte. Dies war übrigens der einzige Typ der ff-Reihe, der nicht durch eine schlichte Ordnungsziffer von 1 bis 4, sondern durch seine Motorleistung gekennzeichnet wurde.

Besonders billig konnte der für seine Klasse recht aufwändige Schlepper freilich nicht sein. Darüber hinaus fiel das Leistungsgewicht ähnlich ungünstig aus wie zuvor beim Fix 1. Bereits in der Basisausführung hatte jede Pferdestärke rund 80 Kilogramm zu bewegen. Daher verwundert es kaum, dass manche Besitzer über eine ausgeprägte Trägheit des Fahrzeugs klagen.

Etwas an Trägheit verlor ab 1962 die Hydraulik, deren Betriebsdruck in allen Modellen ab 1962 von 120 auf 150 bar gesteigert wurde. Die Hubkraft wuchs im gleichen Zuge von 1.070 auf 1.300 kg. Dem Fix 16 verhalf dieser Umstand jedoch zu keinem nennenswerten Kundenzuspruch, und seine Fertigung lief 1963 nach weniger als 1.000 Exemplaren aus. Nach wie vor zeigte Fendt aber keine Ambitionen, sich aus dem landtechnischen Unterstübchen zurückzuziehen.

Immerhin hatte das Marktoberdorfer Traditionsunternehmen seinen Marktanteil hierzulande seit Einführung der ff-Serie von eben über acht auf rund elf Prozent getsteigert und belegte mittlerweile einen soliden dritten Platz in der Zulassungsstatistik. Dieser Erfolg ging vor allem auf das Konto einer starken Präsenz im Bereich von 18 bis 35 PS, so dass man sich weitere Zuwächse vor allem darunter und darüber erhoffte.

Eine Leistungssteigerung des Fix 2 auf 19 PS in der wassergekühlten und 20 PS in der luftgekühlten Ausführung schaffte ab Juli 1963 weitere Luft nach unten.

FIX 2 D

So schickte man als Nachfolger des Fix 16 den 17 PS starken Fix 2 D ins Rennen, der ausschließlich mit Luftkühlung erhältlich war. Wie im Falle des größeren Farmer 2 stand der Buchstabe „D“ hier für eine leistungsreduzierte, also gewissermaßen „gedrosselte“ Version.

Nicht nur die Modellbezeichnung markierte den Beginn einer konsequenten Modellpolitik, denn zum Ende des Jahres lief die Fertigung des wassergekühlten Fix 2 aus. Fortan verfügten alle Fendt-Standardschlepper bis 28 PS sowie die Geräteträger über luftgekühlte, die stärkeren Typen hingegen über wassergekühlte Motoren.

Der Fix 2 D brachte es bis 1967 immerhin auf eine Population von 2.507 Exemplaren. 1964 verkaufte er sich sogar besser als der Fix 2, konnte insgesamt jedoch nicht an dessen Erfolg heranreichen. Dieser verblieb bis zum Frühjahr 1968 im Programm und wurde mehr als 15.000 Mal gebaut.

MIT ECKEN UND KANTEN

Die im Mai 1968 in München gastierende DLG-Wanderausstellung war für die bay - rischen Hersteller quasi ein Heimspiel. Fendt nutzte diese Plattform geschickt zur Präsentation seiner „modernen Serie“. Bereits seit Ende 1966 waren die ersten Exemplare des Favorit 4 auf den Feldern unterwegs, dessen Sechszylindermotor unter einer kantigen, wiederum von Louis Lucien Lepoix gestalteten Verkleidung wohnte.

Seit Herbst 1967 trugen die Typen Favorit 3 S und Favorit 4 S das neue Fendt- Gesicht, das nun auf die komplette Modellpalette übertragen wurde. Wiederum wurden die drei Baureihen Fix, Farmer und Favorit angeboten, doch hatte man das nunmehrige Einstiegsmodell Fix 2 E weitgehend mit dem nächststärkeren Typ Farmer 1 E vereinheitlicht.

Beide wurden vom luftgekühlten MWM-Zweizylinder D 325-2 angetrieben, der aus 1,7 Litern Hubraum im ersteren Fall 22 und im letzteren Fall 30 PS holte. Für die Kraftübertragung sorgte das altbekannte 6/2-Gang-Getriebe, das sich auf Wunsch fortan um eine Feinstufenschaltung ergänzen ließ.

Diese steigerte die Geschwindigkeit in jedem Gang um rund ein Drittel, so dass maximal 27 km/h erreicht wurden. Der Radstand betrug 1.866 Millimeter wie zuvor beim Farmer 1 Z, und der Kraftheber stemmte dank eines auf 175 bar gesteigerten Betriebsdruckes maximal 1,5 Tonnen.

Neben der Motorleistung unterschieden sich die beiden Typen durch ihre Ausstattung. Der Farmer 1 E war im Gegensatz zum Fix 2 E mit Doppelkupplung erhältlich, woraus sich eine vom Fahrantrieb unabhängige Zapfwelle ergab. Außerdem standen für ihn höhere Reifen im Format 9-32 in der Aufpreisliste.

Die Vereinheitlichung machte durchaus Sinn, denn die Nachfrage im Bereich bis 30 PS hatte merklich nachgelassen. So endete die Fertigung der beiden Einstiegsmodelle bereits 1970 – nach nur 682 Exemplaren des Fix 2 E und 1.253 Einheiten des Farmer 1 E. Den Einstieg in die Fendt-Welt bildete ab 1971 der Farmer 1 D mit 34 PS starkem Dreizylindermotor – der Name „Fix“ war nach zwölf Jahren Geschichte.

LIEGT GUT IN DER HAND


Grundsätzlich blieben die fixen Einsteiger aber in guter Erinnerung. Eine Fahrt mit dem Fix 2 von Stephan Schmidt aus Burgwedel vor den Toren Hannovers liefert eine durchaus schlüssige Erklärung für diesen Sachverhalt. Der Aufstieg ist – wie bereits erwähnt – etwas beschwerlich, aber das trifft auf viele Schlepper der frühen 1960er-Jahre zu.

Einmal auf dem Chefsessel angekommen, findet man alle Bedienelemente in Griffweite und kommt nach kurzer Gewöhnung gut mit der Doppel-H-Schaltung zurecht. Wie bei den meisten kleinen Schleppern jener Ära werden bei Gangwechseln noch komplette Zahnräder verschoben, so dass ein gefühlvoller Umgang mit Schalthebel und Kupplungspedal vonnöten ist – für geübte Traktoristen kein Hexenwerk.

Einmal in Fahrt, fällt allerdings auf, dass die vorbildlich vor Wind und Wetter geschützten Instrumente nur schlecht einzusehen sind. Umso mehr Freude bereitet die Lenkung. Die süße Vorderachslast von einer knappen halben Tonne – weniger als bei aktuellen Kleinwagen – lässt eine hydraulische Unterstützung nicht vermissen, ein Wendekreis von rund sechs Metern ermöglicht virtuose Manöver auf engstem Raum.

TREUER BEGLEITER

Diese Freude am Fahren dürften einstige Neukäufer zudem langfristig genossen haben, denn in der Praxis erwies sich der fixe Fendt als ausgesprochen zuverlässiger Geselle. Klagen über nennenswerte Schwachpunkte sind nicht zu vernehmen. Der luftgekühlte Zweizylinder springt selbst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt willig an – wobei im Gegensatz zu den Einzylindern und dem wassergekühlten Zweizylinder kein Vorglühen erforderlich ist.

Dass nach einem halben Jahrhundert und vielen tausend Arbeitsstunden schon einmal eine Überholung fällig sein kann, leuchtet ein. Die Ersatzteilbeschaffung ist grundsätzlich kein Problem, wenngleich manche Posten – beispielsweise die Kurbelwellenlager – nicht unbedingt aus der Portokasse zu bezahlen sind.

Ermutigend: Immerhin sind im Falle des Falles nur ein oder zwei Zylinder und maximal drei Kurbelwellenlager instandzusetzen. Unproblematisch ist im Allgemeinen auch das relativ gering belastete Getriebe, sofern die Vorbesitzer die Ölwechsel-Intervalle nicht sträflich ausgedehnt haben.

Davon abgesehen, ist allenfalls auf den Zustand der Vorderachse zu achten, denn hier können ein paar mehr Lager ausschlagen als bei anderen Konstruktionen jener Ära. Das insgesamt gutmütige Wesen der kleinen Fendts bestätigt auch Bernd Bischoff. Sein Vater betrieb in Stuhr vor den Toren Bremens eine Gärtnerei, für die er als Nachfolger eines Fix 2 bereits 1969 einen Fix 2 E beschaffte.

Mehr als drei Jahrzehnte lang verrichtete der Schlepper klaglos seinen Dienst, ohne dass je eine nennenswerte Reparatur notwendig gewesen wäre. Als Bernd den Schlepper vor wenigen Jahren an einen Sammler verkaufen wollte, sprang dieser nicht an. Während der langen Standzeit hatte sich die Batterie entladen – keine Frage, dass der Interessent dennoch zugriff.

Damit handelte er sich ohne Frage einen besonders interessanten Zeitzeugen deutscher Landtechnikgeschichte ein. Das Gesicht des Fix 2 E blieb bis in die 1990er-Jahre hinein aktuell, doch verbirgt sich dahinter eine teilweise noch an die 1950er- Jahre gemahnende Technik.

Auch die älteren Vertreter dieser Baureihe sind nicht ohne Reiz: Der Fix 1 wegen seines improvisiert wirkenden und dennoch alltagstauglichen Konzeptes, der Fix 2 und seine Derivate als überaus formschöne Interpretationen des Themas „Bauernschlepper“. Für welchen auch immer man sich entscheidet – die Gefahr, dass man seine Wahl bereuen wird, besteht kaum.
Gut! Günstig! Fix! - TEXT und FOTO: Klaus Tietgens
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