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Während sich die technische Instandsetzung von
Jörg Lipperts Schlüter Super 950 V der Vollendung
näherte, stand eine umfangreiche Schönheitskur auf dem Plan, die dem Schlepper eine dem Auslieferungs­-zustand entsprechende Optik verleihen sollte. Von Klaus Tietgens

In der ersten Folge unseres Restaurierungsberichtes hatte Jörg das Heck seines Schlüter-Sechszylinders weitgehend freigelegt, die Achstrichter abgedichtet, die Antriebswellen neu gelagert und die Bremsen von einem Fachmann mit frischen Belägen versehen lassen.
Im zweiten Teil war er zahlreichen Undichtigkeiten am Getriebe sowie dem Spiel der Vorderachsaufhängung zu Leibe gerückt und hatte den Sitz neu polstern lassen.

Solide gelöst
Nach dem Einstellen des Ventilspiels durch Rainer war das bullige Antriebsaggregat wieder weitgehend einsatzbereit. Die Einspritzpumpe unterzog Jörg lediglich einer ausgiebigen Reinigung, da ein sauberer Motorlauf und eine gute Gasannahme auf eine korrekte Arbeitsweise schließen ließen. Als reparaturbedürftig erwies sich hingegen der Anlasser, der anlässlich einer früheren Überholung fehlerhaft zusammengesetzt worden war und seitdem bei jeder Aktivierung zu weit einrückte. Dadurch hatte das Ritzel Schaden genommen, dessen Reparatur zusammen mit neuen Wicklungen für Erreger und Anker mit rund 150 Euro zu Buche geschlagen hätte. Ein neuer Anlasser kostete zwar doppelt so viel, erschien Jörg aber als die solidere, zuverlässigere Lösung.
Mit dem guten Gewissen, sich den inneren Werten seines 950ers zur Genüge gewidmet zu haben, wandte Jörg sich dem schönen Schein zu. Bevor die Fassade des Schleppers in frischen Farben glänzen konnte, war sie ihrer alten, trotz zwischenzeitlicher Aufhübschung stark verwitterten Deckschicht zu entledigen. Beliebte Methode ist dabei das Sandstrahlen, das für Motor, Getriebe und Achsen jedoch nicht in Frage kam. Daher trug Jörg einen Entlacker des Herstellers Wolf-Tech auf die betreffenden Flächen auf. Im Optimalfall, beispielsweise auf Teilen aus Leichtmetallguss, waren Decklack und Grundierung bereits nach einmaligem Bestreichen und einigen Stunden Wartezeit aufgelöst, doch bisweilen waren je nach Alter und Beschaffenheit des Lackes mehrere Behandlungen notwendig, die sich bis zum folgenden Tag erstrecken konnten. Vier Dosen des Entlackers hatte Jörg sich auf die Seite gestellt, und als die alte Farbschicht endgültig kapituliert hatte, war die letzte Dose im Anbruch.

Kampf dem Flugrost
Die nur noch lose auf dem Stahl verweilenden Lack- und Grundierungspartikel ließen sich mit Hilfe eines Dampfstrahlers komplett entfernen, wobei der Entlacker gleichzeitig vom Wasser neutralisiert wurde. Danach konnte man zuschauen, wie sich die langsam trocknenden Flächen binnen einer halben Stunde mit Flugrost überzogen. Der von Jörg konsultierte Freund und gelernte Lackierer Peter wusste Rat und empfahl spezielle Schleifpads zum Entfernen der lästigen Rostschicht. Mühsam war diese Arbeit allemal, zumal man dem Gilb in verwinkelten Ecken mit einem um den Finger oder gar einen Schraubenzieher gewickelten Pad zu Leibe rücken musste.
Anschließend waren die Teile aber lackierfertig und konnten notfalls einige Tage so liegen bleiben. Erneute geringe Rostbildung war keine Katastrophe, denn die von Jörg ausgewählte Einkomponenten-Grundierung „Brantho-Korrux“ des Herstellers Branth-Chemie ­beinhaltet einen gewissen Korrosionsschutz und bindet Flugrost.
 

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