Auf Herz und Nieren

Wie nervenaufreibend der Zusammenbau eines komplett zerlegten Motors sein kann, erfuhr Udo Wilbert in der letzten Folge. Jetzt ist unter anderem das Getriebe des R 16 an der Reihe. Die Demontage
erfordert Einiges an Geduld und Erfindungsreichtum.

Die Illusion „da muss man nicht viel machen“ verlor der ehemalige Lokführer Udo Wilbert recht schnell. Eingefrorenes Getriebe, Verschleiß, Auseinanderbau des Motors, Probleme an der Vorderachse – all das und noch viel mehr sorgte nach anfänglicher Begeisterung für Ernüchterung. Spätestens als der in seine Einzelteile zerlegte Motor kartonweise in der Hob-bywerkstatt stand, kam bei dem Restaurierer für einen kurzen Moment Reue auf. Nachdem die Reparatur des Spaltfilters etliche Arbeitsstunden verschlungen hatte, entpuppte sich der Motor mit Innenleben als Großprojekt.

Teile über Teile mussten wie bei einem Puzzle zu einem funktionierenden Komplex zusammengefügt werden. Dabei war es notwendig, das Stützlager am einen Ende der Kurbelwelle zu erneuern. Mit einem Abzieher versuchten Udo und Ewald das alte Lager aus der Welle zu ziehen. Beide waren überaus überrascht, als sich dabei der Abzieher verbog! Unbeweglich und wie festbetoniert saß das Lager weiterhin im Kurbelwellenende. Flugs wurde der Abzieher wieder gerade gebogen und eine Verstärkung angeschweißt. Die war dann endlich stark genug, um das störrische Lager zu bewegen. Damit künftig der ­Abrieb der Kupplung – der Kupplungsstaub – nicht in das trocken laufende Lager gelangen kann, wurde ein neues geschlossenes Lager eingesetzt.

Neue Lagerschalen
Die Lagerschalen, die über die Ölleitungsrohre mit Öl versorgt werden und in denen die Kurbelwelle läuft, sind äußerst präzise geschliffen. Wenn sie nicht in Ordnung sind, kann es vorkommen, dass der Ölfilm abreißt, was einen erheblichen Flurschaden zur Folge haben kann. Alle drei Lagerschalen des Kurbelwellenlagers waren bei Udos Hanomag von arbeitsreichen Jahren gezeichnet, hatten also zu viel Spiel, und mussten ausgetauscht werden.

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Restaurierung Hanomag R 16 A, Baujahr 1956
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