Glanzstück - Hatz TL 13

Der Hatz TL 13 war der meistverkaufte Hatz-Schlep- per der frühen 60er-Jahre. Antonius Recker zeigt, warum.

Antonius Recker aus Glandorf zählt mit fast 20 Jahren Engagement zu den Pionieren in der klassischen Landmaschinen- und Schlepperszene. Er ist Vorsitzender des Verein zur Erhaltung historischer Landtechnik und ländlichen Brauchtums Glandorf und Umgebung e. V. (VHLT). Das alljährliche Treffen auf seinem Hof in Glandorf bei Osnabrück hat sich zu einer der großen regionalen Veranstaltungen entwickelt. In der hofeigenen Werkstatt werden Schlepper restauriert und schon seit Langem existiert ein Museum für historische Landtechnik. Und was nutzt der Routinier privat? Ein Gerät oder Fahrzeug, das hier Aufnahme findet, sollte etwas Besonderes sein, soviel dürfte klar sein. Als ihm vor einigen Jahren ein Bekannter seinen Hatz anbot, erkannte der Fachmann die Gunst der Stunde, denn im norddeutschen Raum kannte auch er kein weiteres Exemplar. Ohne Zweifel war der Hatz würdig, ins Vereinsmuseum auf dem Reckerschen Hof aufgenommen zu werden. Schließlich wird seine gefällige Form von vielen Markenenthusiasten als die schönste in der Treckerwelt gepriesen. In der Tat bestechen die späten Hatz-Schlepper noch heute durch ihr elegantes, unverwechselbares Gesicht.

Gründerjahre in Ruhstorf
Ein besonderes Beispiel im weiten Feld der deutschen Schlepperhersteller in den Aufbaujahren der Nachkriegszeit war die Motorenfabrik Hatz GmbH & Co. KG in Ruhstorf an der Rott. Der Dieselmotorenhersteller wurde bereits 1880 gegründet und bot seit 1906 Verbrennungsmotoren für den landwirtschaftlichen Stationärbetrieb an. Bis heute wird der Erfolg ungebrochen fortgeführt, und damit ist Hatz nicht nur einer der ältesten noch aktiven Produzenten, sondern zählt in seinem Bereich zu den europäischen Marktführern.

Zu Beginn der 50er-Jahre wurden in Ruhstorf die ersten Kleindieselmotoren mit ausreichender Standfestigkeit für den Dauereinsatz in der Bau- und Landwirtschaft entwickelt. Auf Grund ihrer Eigenschaften und der guten zuverlässigen Qualität wurden sie von zahlreichen Fremdherstellern zugekauft. So liefen beispielsweise von 1956 bis 1959 gut 1.100 Einheiten des Eicher LH12 mit dem Hatz E89FG in den Verkauf, und auch Bungartz verbaute diesen Motortyp in beachtlicher Stückzahl. Dazu wurden die Hatz-Einzylinder verbreitet in Rüttelplatten, Stromerzeugern oder Pumpen verwendet.

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Der Hatz TL 13 war der meistverkaufte Hatz-Schlepper
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